Der 1-aus-16-Decoder

  1. Einleitung

    Der 1-aus-16-Decoder stellt eine wichtige Grundschaltung zum decodieren von Binärwerten dar. Die Schaltung besitzt einen Eingangskanal E und 16 Ausgangskanäle A0..A15. Je nach der anstehenden Bitkombination an den Eingangsleitungen D0,D1,D2 und D3 wird der Eingangskanal mit einem der 16 Ausgangskanäle verbunden. Diese Schaltung kommt z.B. in den BCD-zu-7Segment-Decodern und in der Befehlsdecodierung des Rechners zum Einsatz.

  2. Die Schaltung des Decoders

    Auf dem folgenden Bild ist die Schaltung des Decoders dargestellt.
  3. Funktionsweise der Schaltung

    Die Schaltung besteht aus einer Kette von Relais, die je nach dem Zustand der Eingangsleitungen D3..0 angezogen oder abgefallen sind. Als Konsequenz ergibt sich daraus, das der Eingangskanal E am Relais REL5[3] jeweils mit einem anderen Ausgangskanal an den Relais REL1[5;6;7;8;9;10;11;12] und REL2[5;6;7;8;9;10;11;12] verbunden wird. Die Eingangsleitungen D0, D1, D2 und D3 steuern direkt die Relaisspulen an. Dabei werden die Relais REL1 und 2 von D0, REL3 von D1, REL4 von D2 und REL5 von D3 angesteuert. Die Funktionsweise der Schaltung ist recht leicht einzusehen und soll an zwei Beispielen erklärt werden:
    Grundzustand 0000
    Wir gehen davon aus, dass die Eingangsleitungen D3..0 alle Logikpegel 0 fü,hren. Das entspricht der Binärzahl b0000 und der Dezimalzahl 0. Da alle Relais abgefallen sind, ist der Eingangskanal an REL5[3] wie folgt verbunden:
    D3=0; Relais REL5 ist abgefallen und E wird über Kontakt REL5[3;5] mit REL4[13] verbunden.
    D2=0; Relais REL4 ist ebenfalls abgefallen und E wird nun über REL4[13;11] mit Relais REL3[14] verbunden.
    D1=0; Relais REL3 ist abgefallen und E wird nun über REL3[14;10] mit REL2[4] weiter verbunden.
    D0=0; Relais REL1 und REL2 sind abgefallen, der Eingangskanal E wird an Relais 2 über REL2[4;5] mit dem Ausgangskanal A0 des Decoders verbunden. Alle anderen Decoderausgänge sind abgetrennt und hochohmig, führen also keinen Pegel.
    Binärkombination 1001
    Nun sollen die Eingangsleitungen D3..0 mit der Binä,rkombination 1001 belegt sein. Das entspricht der Binärzahl b1001 und der Dezimalzahl9. Die Relais REL1, REL2 und REL5 sind also angezogen und REL3 und REL4 abgefallen. Der Eingangskanal E ist nun wie folgt verbunden:
    D3=1; Relais REL5 ist angezogen und E wird über Kontakt REL5[3;4] mit REL4[4] verbunden.
    D2=0; Relais REL4 ist abgefallen und E wird nun über REL4[4;6] mit Relais REL3[4] verbunden.
    D1=0; Relais REL3 ist ebenfalls abgefallen und E wird nun über REL3[4;5] mit REL1[3] weiter verbunden.
    D0=1; Relais REL1 und REL2 sind angezogen, der Eingangskanal E wird an Relais 1 über REL1[3;8] mit dem Ausgangskanal A9 des Decoders verbunden. Alle anderen Decoderausgänge sind abgetrennt und hochohmig, führen also keinen Pegel.

    Da es bei vier Eingangsleitungen D3..0 genau 16 verschiedene Kombinationen gibt, ist der Eingangskanal E immer mit dem entsprechenden Ausgangskanal verbunden.

  4. Wahrheitstabelle

    0=logisch 0-Pegel, entspricht 0V
    1=logisch 1-Pegel, entspricht 12V
    H=hochohmiger Zustand
    X=beliebiger Zustand
    E=der Ausgang ist mit Eingang E verbunden
    Grundzustand
    EingangssignaleAusgangssignale 
    NrD3D2D1D0EA0A1A2A3A4A5A6A7A8A9AAABACADAEAFErläuterungen
    0 0 0 0 0X E H H H H H H H H H H H H H H HA0=E
    1 0 0 0 1X H E H H H H H H H H H H H H H HA1=E
    2 0 0 1 0X H H E H H H H H H H H H H H H HA2=E
    3 0 0 1 1X H H H E H H H H H H H H H H H HA3=E
    4 0 1 0 0X H H H H E H H H H H H H H H H HA4=E
    5 0 1 0 1X H H H H H E H H H H H H H H H HA5=E
    6 0 1 1 0X H H H H H H E H H H H H H H H HA6=E
    7 0 1 1 1X H H H H H H H E H H H H H H H HA7=E
    8 1 0 0 0X H H H H H H H H E H H H H H H HA8=E
    9 1 0 0 1X H H H H H H H H H E H H H H H HA9=E
    10 1 0 1 0X H H H H H H H H H H E H H H H HAA=E
    11 1 0 1 1X H H H H H H H H H H H E H H H HAB=E
    12 1 1 0 0X H H H H H H H H H H H H E H H HAC=E
    13 1 1 0 1X H H H H H H H H H H H H H E H HAD=E
    14 1 1 1 0X H H H H H H H H H H H H H H E HAE=E
    15 1 1 1 1X H H H H H H H H H H H H H H H EAF=E

  5. Anschlussbelegung

    Der Decoder ist mit einem 40-poligen Pfostenstecker versehen, über den alle Eingangs- und Kanalleitungen geführt werden.
    Die Belegung des Steckverbinders P1:
    PinNameFunktionPegel
    1 D3Eingangsleitung D30V,12V,H
    2 EEingangskanalbeliebig
    3 D2Eingangsleitung D20V,12V,H
    4 GNDStromversorgung0V
    5 D1Eingangsleitung D10V,12V,H
    6 GNDStromversorgung0V
    7 D0Eingangsleitung D00V,12V,H
    8 GNDStromversorgung0V
    9 A6Ausgangskanal A6beliebig,H
    10 GNDStromversorgung0V
    11 A7Ausgangskanal A7beliebig,H
    12 GNDStromversorgung0V
    13 A4Ausgangskanal A4beliebig,H
    14 GNDStromversorgung0V
    15 A5Ausgangskanal A5beliebig,H
    16 GNDStromversorgung0V
    17 A0Ausgangskanal A0beliebig,H
    18 GNDStromversorgung0V
    19 A1Ausgangskanal A1beliebig,H
    20 GNDStromversorgung0V
    21 A2Ausgangskanal A2beliebig,H
    22 GNDStromversorgung0V
    23 A3Ausgangskanal A3beliebig,H
    24 GNDStromversorgung0V
    25 ACAusgangskanal ACbeliebig,H
    26 GNDStromversorgung0V
    27 ADAusgangskanal ADbeliebig,H
    28 GNDStromversorgung0V
    29 AEAusgangskanal AEbeliebig,H
    30 GNDStromversorgung0V
    31 AFAusgangskanal AFbeliebig,H
    32 GNDStromversorgung0V
    33 AAAusgangskanal AAbeliebig,H
    34 GNDStromversorgung0V
    35 ABAusgangskanal ABbeliebig,H
    36 GNDStromversorgung0V
    37 A8Ausgangskanal A8beliebig,H
    38 GNDStromversorgung0V
    39 A9Ausgangskanal A9beliebig,H
    40 GNDStromversorgung0V

  6. Schluss

    Der 1-aus-16-Decoder wurde auf einer Platine mit den Abmessungen 80mmx100mm aufgebaut. Da mehrere Decoder benötigt werden, wurden jeweils zwei Stück auf einer Platine mit 160mmx100mm gefertigt und später getrennt.


    Der 1-aus-16-Decoder von oben



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